Aus der Hexenküche wird eine Kerzengießerei
Mit dem neuen Standort der LH-Kerzenmanufaktur in der Blaufärbergasse in Lüdinghausen zieht auch unsere bisher in Wuppertal betriebene Kerzengießerei in die Manufaktur um. Dafür wird das ehemalige Labor der früheren Apotheke – unsere „Hexenküche“ – zu einem kleinen, funktionalen Produktionsraum ausgebaut. Auf nur rund 3,3 × 3,5 Metern müssen Gießen, Lagern, Reinigen und später auch Workshops möglich sein.
Gemeinsam mit der Lüdinghauser Tischlerei Jödicke Design haben wir deshalb eine Einrichtung entwickelt, die sich an unseren tatsächlichen Arbeitsabläufen orientiert. Die Gießerei ist inzwischen funktionsfähig und die ersten Mosaikkerzen wurden bereits darin gegossen. Einige Details werden noch weiter optimiert – aber der wichtigste Test ist bestanden: Aus einem kleinen ehemaligen Apothekenlabor ist ein Arbeitsplatz geworden, an dem unsere eigenen Kerzen entstehen.
Was die neue Gießerei für unsere Manufaktur bedeutet
Mit der eigenen Gießerei können wir die Herstellung unserer Kerzen weiter ausbauen. Wachsmischungen, Farben und Formen lassen sich direkt in der Manufaktur entwickeln und testen. Unsere Mosaikkerzen und weitere eigene Kerzenserien können künftig in Lüdinghausen gefertigt und nachproduziert werden.
Gleichzeitig schafft der Raum die Grundlage für Workshops zum Kerzengießen und Kerzenziehen. Auch für die Zusammenarbeit mit Wiederverkäufern eröffnet die eigene Produktion neue Möglichkeiten. Die Gießerei ist damit weit mehr als ein zusätzlicher Arbeitsraum: Sie ist ein weiterer Schritt vom Kerzenatelier hin zu einer Manufaktur, in der Entwicklung, Herstellung, Verzierung, Ausstellung und Verkauf an einem Standort zusammenkommen.
Vom Kerzenatelier zur eigenen Kerzengießerei
Die LH-Kerzenmanufaktur ist vor allem für handverzierte Kerzen bekannt. Taufkerzen, Hochzeitskerzen, Trauerkerzen und viele andere Anlasskerzen entstehen bei uns in Handarbeit. Daneben entwickeln wir aber zunehmend auch eigene gegossene Kerzen – unter anderem unsere Mosaikkerzen.

Damit verändert sich auch unsere Manufaktur.
Wir verzieren nicht nur vorhandene Kerzenkörper, sondern beschäftigen uns immer stärker mit dem eigentlichen Material: mit Paraffin, Stearin, Farben, Temperaturen, Formen und den vielen kleinen Dingen, die man benötigt, damit am Ende tatsächlich eine Kerze entsteht.
Eine eigene Gießerei in Lüdinghausen ist deshalb für uns ein wichtiger nächster Schritt.
Warum war unsere Gießerei bisher in Wuppertal?

Die Geschichte beginnt einige Jahre früher – und nicht in Lüdinghausen.
Angela Barbian und Ingo Gehlhaar lernten sich 2020, mitten in der Corona-Zeit, über das Internet kennen. Angela betrieb damals bereits ihr Kerzenatelier in der Kirchstraße in Lüdinghausen. Ingo lebte in einem großen alten Fachwerkhaus in Wuppertal und arbeitete von dort aus im Vertrieb für ein süddeutsches Maschinenbauunternehmen.
In diesem Haus gab es eine große alte Küche. Und genau diese Küche entwickelte sich nach und nach zu einem zweiten Arbeitsplatz.
Angela hatte Ingo schnell mit ihrer Begeisterung für Kerzen angesteckt. Aus Neugier wurden erste Versuche, und vor etwa vier Jahren begann er dort selbst mit dem Kerzengießen.
Der große Raum bot dafür erstaunlich gute Voraussetzungen: Arbeitsfläche, Platz für Töpfe, Formen und Wachsvorräte und vor allem genügend Ruhe, um mit unterschiedlichen Wachsmischungen, Temperaturen und Formen zu experimentieren.
So entstand eher nebenbei eine kleine Gießerei – allerdings weit entfernt von der eigentlichen Manufaktur.
Ein Umzug nach Lüdinghausen war zunächst nicht möglich. In den früheren Räumen an der Kirchstraße fehlte schlicht der Platz. Hinzu kamen bei dem alten Fachwerkgebäude Bedenken, dort dauerhaft mit Herdplatten, Schmelztöpfen und heißem Wachs zu arbeiten.
Also blieb die Gießerei in Wuppertal, während Werkstatt, Verkauf und Ausstellung in Lüdinghausen angesiedelt waren.
Die Hexenküche: ein kleiner Raum mit einer großen Aufgabe
Mit dem Umzug der LH-Kerzenmanufaktur in die ehemalige Apotheke an der Blaufärbergasse ergab sich plötzlich eine neue Möglichkeit.
Im Gebäude befand sich noch das frühere Labor der Apotheke. Intern bekam der Raum schnell den Namen Hexenküche – und der passt für eine Kerzengießerei erstaunlich gut. Künftig werden hier Wachse geschmolzen, Farben gemischt, Formen vorbereitet und neue Kerzen gegossen.

Der Raum misst ungefähr 3,3 × 3,5 Meter. Das klingt zunächst nicht winzig, aber sobald Arbeitsflächen, Stauraum, Spüle, Technik und freie Bewegungsfläche eingeplant werden müssen, wird jeder Zentimeter wichtig.
Zusätzlich verläuft eine Wand nicht rechtwinklig. Boiler, vorhandene Spüle, Elektroanschlüsse und der Kondenswasserschlauch der Klimaanlage mussten ebenfalls in die Planung einbezogen werden.
Was braucht man eigentlich zum Kerzengießen?
Wer noch nie selbst Kerzen gegossen hat, denkt vielleicht an einen Topf mit Wachs, einen Docht und eine Form.
In der Praxis sieht es anders aus.
Wir benötigen unterschiedliche Wachse und Farben, Gießformen in verschiedenen Größen, Dochte, Dochthalter, Hilfsmittel zum Zentrieren der Dochte, Knetmasse zum Abdichten von Formen, Thermometer, Waagen, Rührwerkzeuge, Gießgefäße, Spachtel, Messer und Reinigungsmaterial.
Dazu kommen Rohwachs, Farbcracker und viele kleine Hilfsmittel, die im Arbeitsalltag schnell griffbereit sein müssen.
Rohwachs ist außerdem schwer. Formen können ebenfalls einiges wiegen. Stauraum muss deshalb nicht nur vorhanden, sondern belastbar sein.
Die entscheidende Frage lautete deshalb nicht:

Wie viele Schränke passen in den Raum?
Sondern:
Wie muss eine kleine Kerzengießerei eingerichtet sein, damit die Arbeitsabläufe funktionieren?
Produktion und Workshops in einem Raum
Die neue Gießerei soll nicht nur ein Produktionsraum sein.
Im normalen Betrieb werden dort Wachse vorbereitet, Paraffin und Stearin gemischt, Farben hergestellt, Formen befüllt und fertige Kerzen zum Abkühlen abgestellt.
Gleichzeitig möchten wir den Raum später auch für Workshops nutzen.

Kann man bei uns künftig Kerzen gießen lernen?
Genau das ist vorgesehen.
Für Gießworkshops kann in der Mitte des Raumes ein großer Arbeitstisch mit Stühlen stehen. Für Workshops zum traditionellen Kerzenziehen wird die Raummitte dagegen anders genutzt. Dann benötigen wir Platz für die hohen Ziehtöpfe.
Der Raum muss deshalb flexibel bleiben.
Er ist gleichzeitig:
- Gießerei
- Lager
- Arbeitsraum
- Reinigungsbereich
- und künftig Workshopraum
Das war einer der Gründe, warum die festen Möbel möglichst kompakt an den Seitenwänden untergebracht werden sollten.
Warum Standardmöbel hier an Grenzen kommen
Natürlich hätten wir versuchen können, die Gießerei mit Standardmöbeln einzurichten.
Möbel aus dem Einrichtungshaus sind nicht grundsätzlich schlechter. Sie sind durch Standardmaße und große Stückzahlen wirtschaftlich herstellbar und für viele Räume vollkommen ausreichend.
Unser Raum stellte aber einige besondere Anforderungen.
Bei einer Standardküche hätten wir uns an vorhandene Rastermaße anpassen müssen. In einem kleinen Raum bedeutet das schnell verschenkte Fläche.
Bei einer Maßanfertigung sieht die Sache anders aus. Ob eine Schublade 80, 90 oder vielleicht 83,5 Zentimeter breit wird, ist zunächst egal. Entscheidend ist, welches Maß an genau dieser Stelle sinnvoll ist.
Hinzu kamen die besonderen Anforderungen an die Oberflächen.
Welche Arbeitsplatte eignet sich für eine Kerzengießerei?
Beim Kerzengießen geht zwangsläufig einmal etwas daneben.
Flüssiges Paraffin, Stearin oder Farbwachs kann auf die Arbeitsplatte gelangen. Nach dem Abkühlen muss es wieder entfernt werden können. Oberflächen dürfen deshalb nicht zu empfindlich sein.
Wir brauchten Arbeitsflächen, die robust sind und auch einmal den Einsatz eines Spachtels vertragen. Bei hartnäckigen Wachsresten kann vorsichtige Erwärmung notwendig werden.
Auch Schubladen und Einlegeböden mussten belastbarer ausgelegt sein als in einer normalen Küche.
Für uns galt deshalb:
Funktion und Haltbarkeit gehen vor empfindlicher Hochglanzoptik.

Warum wir Jödicke Design mit ins Boot geholt haben
Die Zusammenarbeit mit Karsten Jödicke begann nicht erst bei der neuen Gießerei.
Bereits bei der Planung und Einrichtung von Angelas Küche hatten wir gute Erfahrungen miteinander gemacht.
Als wir mit unseren ersten Ideen für die Gießerei zu ihm kamen, war deshalb schnell klar, dass wir auch dieses Projekt gemeinsam versuchen wollten.

Wir hatten bereits einen Funktionsplan erstellt: Wo soll gegossen werden? Wo brauchen wir Stauraum? Wo steht der Herd? Wo muss die Spüle hin? Welche Arbeitsfläche brauchen wir?
Karsten Jödicke nahm diese Anforderungen auf, prüfte sie aus Sicht des Möbelbaus und brachte eigene Überlegungen ein.
Zwei kleine Handwerksbetriebe, die ähnlich arbeiten
Jödicke Design wurde 1991 gegründet und verfügt über eine eigene Tischlerei sowie ein Wohn- und Küchenstudio. Der Betrieb plant und fertigt individuelle Möbel und Einrichtungen für private und gewerbliche Kunden.
Für uns passte dabei gerade die überschaubare Größe gut.
Kurze Wege, direkter Austausch und der Tischlermeister sitzt selbst mit am Tisch.
Das ähnelt durchaus unserer eigenen Arbeitsweise: Auch bei uns wird nicht erst durch mehrere Abteilungen geplant, bevor jemand eine Entscheidung treffen kann.
Ingo Gehlhaar:
„Karsten war bei der Idee sofort Feuer und Flamme. Er hat verstanden, dass wir keine normale Küche brauchen, sondern einen Arbeitsplatz, der aus unseren Abläufen heraus entwickelt werden muss.“
Zwei Arten von Fachwissen treffen aufeinander
Wir wissen, wie Kerzen gegossen werden.
Jödicke Design weiß, wie Möbel geplant, gebaut und montiert werden.
Erst beides zusammen ergibt eine funktionierende Gießerei.
Im Beratungsgespräch ging es deshalb nicht nur um Breiten und Höhen.
Wie weit müssen Schubladen ausziehen? Wo lagern schwere Formen? Welche Oberfläche lässt sich nach einem Wachsunfall wieder reinigen? Wo muss die Spüle sitzen? Wie bleiben Boiler und Anschlüsse erreichbar? Wo verläuft der Kondenswasserschlauch? Und wie schaffen wir möglichst viel Stauraum, ohne die Mitte des Raumes zu verbauen?
Genau solche Fragen machten aus einer vermeintlich einfachen Kücheneinrichtung ein gemeinsames Entwicklungsprojekt.

Von der Planung zum Aufbau
Nach der Planung wurden aus den ersten Funktionszeichnungen konkrete Fertigungsmaße.
Korpusse, Fronten, Schubladen und Arbeitsplatten wurden auf den Raum abgestimmt und in der Werkstatt vorbereitet.
Uns ging es bei der Dokumentation bewusst nicht darum, eine Maschinenparade zu zeigen. Interessanter sind die Menschen dahinter: planen, messen, zuschneiden, montieren und am Ende prüfen, ob alles dort sitzt, wo es sitzen soll.
Beim Aufbau in Lüdinghausen zeigte sich dann, wie wichtig die genaue Vorbereitung war.
Die schräge Wand musste berücksichtigt werden. Arbeitsplatten sollten sauber anschließen. Die vorhandene Spüle benötigte ihren genauen Ausschnitt. Boiler, Leitungen und Anschlüsse mussten integriert werden.
Eine maßgefertigte Einrichtung ist deshalb für uns nicht nur ein Möbelstück. Planung, Fertigung und Einbau gehören zusammen.

Die Gießerei ist noch nicht perfekt – aber sie arbeitet bereits
Einen klassischen Moment „Fertig, Schleife drum und jetzt ist alles perfekt“ gab es bei uns nicht.
Die neue Gießerei ist inzwischen funktionsfähig, aber einige Details fehlen noch.
Ein Vorhang vor einem der Arbeitsbereiche soll noch montiert werden. Das Crackerlager wird noch besser organisiert. Auch bei einigen Abläufen werden wir wahrscheinlich erst im täglichen Betrieb merken, was noch verbessert werden kann.
Das stört uns nicht.
Eine Werkstatt entwickelt sich mit der Arbeit.
Entscheidend war zunächst eine andere Frage:
Können wir hier vernünftig Kerzen herstellen?
Die Antwort kennen wir inzwischen.
Der erste Praxistest: Paraffin, Stearin und Mosaikkerzen
Kurz nach der Inbetriebnahme wurde die neue Gießerei praktisch getestet.
Ingo mischte Paraffin und Stearin. Aus dieser Mischung entstehen unter anderem die Cracker, die wir für unsere LH-Mosaikkerzen benötigen.
Und dann kam der für uns wichtigste Moment.
Während der feierlichen Eröffnung am 20. September wurden die ersten zehn Mosaikkerzen in der neuen Gießerei gegossen.
Nach dem Abkühlen konnten die Kerzen entformt werden.

Damit war aus dem Plan endgültig ein funktionierender Arbeitsplatz geworden.
Nicht jedes Detail war fertig.
Aber die Gießerei tat genau das, wofür sie gebaut wurde.
Die Rolle von Ingo Gehlhaar
Ingo Gehlhaar übernimmt in der LH-Kerzenmanufaktur mehrere Aufgaben, die auf den ersten Blick recht unterschiedlich wirken, in der Praxis aber eng zusammengehören.

Ein Schwerpunkt liegt ganz konkret in der neuen Gießerei. Er übernimmt einen großen Teil des Kerzengießens, beschäftigt sich mit Wachsmischungen, Formen und Produktionsabläufen und entwickelt gemeinsam mit Angela Barbian die künftigen Workshops zum Kerzengießen und Kerzenziehen.
Daneben kümmert er sich intensiv um Abläufe und Prozesse innerhalb der Manufaktur. Wo lassen sich Arbeitswege verkürzen? Wie können Materialien sinnvoll gelagert werden? Welche Arbeitsschritte lassen sich vereinfachen oder besser dokumentieren? Und wo kann eigene Software helfen, wiederkehrende Aufgaben effizienter zu erledigen?
Eigene Software für die Manufaktur
Ein Teil dieser Software entsteht inzwischen direkt für die konkreten Anforderungen der LH-Kerzenmanufaktur.
Mit Unterstützung von Codex entwickelt Ingo eigene kleine Anwendungen und Werkzeuge. Statt vorhandene Standardsoftware mühsam an die Arbeitsweise der Manufaktur anzupassen, können so Programme entstehen, die genau für bestimmte Aufgaben entwickelt werden.
Ein Beispiel dafür ist ein eigener Artikel- und Bildeditor für die Webpräsenz der Manufaktur. Auch bei anderen wiederkehrenden Prozessen wird geprüft, ob sich Abläufe durch speziell entwickelte Software vereinfachen oder besser strukturieren lassen.
Der Ansatz ähnelt damit durchaus der Planung der neuen Gießerei:
Nicht der Arbeitsablauf soll sich an das vorhandene Werkzeug anpassen – das Werkzeug soll möglichst gut zum Arbeitsablauf passen.
Künstliche Intelligenz als Werkzeug im Alltag
Künstliche Intelligenz wird dabei konsequent als Arbeitswerkzeug eingesetzt.
Nicht nur für Texte.
KI unterstützt inzwischen viele Bereiche der Manufaktur:
- bei der Recherche und Entwicklung neuer Ideen
- bei Bildern und visuellen Konzepten
- bei Marketingmaterialien
- bei der Erstellung und Bearbeitung von Videos
- bei Social-Media-Inhalten
- bei Webseiten und Blogartikeln
- bei der Entwicklung eigener Software
- bei der Strukturierung von Projekten und Prozessen
- und bei der Entwicklung neuer Vermarktungs- und Vertriebsideen
Die Idee dahinter ist nicht, Menschen durch künstliche Intelligenz zu ersetzen.
Vielmehr ermöglicht KI einem kleinen Betrieb, Aufgaben zu bearbeiten, für die sonst häufig mehrere externe Spezialisten benötigt würden.
Außendarstellung, Laden und Marktauftritt
Ein weiterer Schwerpunkt von Ingo ist die Außendarstellung der LH-Kerzenmanufaktur.
Dazu gehören die Weiterentwicklung der Webpräsenz, Texte und Inhalte für digitale Kanäle, Printunterlagen und die Gestaltung von Marketingmaterial.
Aber Außendarstellung endet nicht am Bildschirm.
Auch die Warenpräsentation in der Manufaktur, Beleuchtungskonzepte, die Gestaltung von Ausstellungsflächen und die Weiterentwicklung des Marktstandes gehören dazu.
Dabei steht immer dieselbe Frage im Mittelpunkt:
Wie können wir unsere Produkte und unsere Arbeit so präsentieren, dass Kunden verstehen, was daran besonders ist?

Prozesse, Produkte und strategische Entwicklung
Darüber hinaus beschäftigt sich Ingo mit der längerfristigen Entwicklung der Manufaktur.
Welche Produkte sollen stärker aus eigener Fertigung kommen? Welche Kerzen eignen sich für Wiederverkäufer? Welche Workshops können sinnvoll angeboten werden? Welche Kooperationen mit anderen Unternehmen eröffnen neue Möglichkeiten? Welche Aufgaben verursachen viel Aufwand, bringen aber wenig Nutzen? Und welche neuen Geschäftsfelder könnten zur Manufaktur passen?
Aus seinem beruflichen Hintergrund im technischen Vertrieb bringt er dabei einen stark lösungsorientierten Blick mit.
Neue Ideen werden nicht nur danach beurteilt, ob sie interessant klingen. Sie müssen praktisch funktionieren, wirtschaftlich sinnvoll sein und zum Alltag eines kleinen Betriebes passen.
Seine Rolle liegt damit vor allem an der Schnittstelle zwischen Handwerk, Technik, Organisation, Digitalisierung, künstlicher Intelligenz, Vermarktung und strategischer Entwicklung.
Ingo Gehlhaar:
„Mich interessiert meistens nicht nur die einzelne Idee, sondern was man daraus machen kann. Wenn wir eine neue Kerze entwickeln, denke ich über Herstellung und Abläufe nach. Wenn wir einen Raum einrichten, überlege ich gleichzeitig, wie wir dort arbeiten und wie wir das Projekt später nach außen zeigen können. Wenn ein Prozess jeden Tag Zeit kostet, frage ich mich, ob wir ihn besser organisieren oder mit eigener Software vereinfachen können. Und bei fast all diesen Themen prüfe ich heute auch, wo uns KI sinnvoll unterstützen kann.“

Was bedeutet die neue Gießerei für die LH-Kerzenmanufaktur?
Für uns ist die neue Gießerei mehr als nur ein zusätzlicher Raum.
Sie verändert, was wir künftig selbst machen können.
Mehr eigene Kerzen entwickeln und herstellen
Wir können neue Formen ausprobieren, Wachsmischungen testen, Farben entwickeln und kleine eigene Serien fertigen.
Gerade bei unseren Mosaikkerzen ist das wichtig. Die Gestaltung beginnt nicht erst beim Verzieren einer fertigen Kerze. Schon die Zusammensetzung der Cracker, die Farben und der eigentliche Guss beeinflussen das spätere Ergebnis.
Unsere eigene Fertigung gibt uns dabei mehr Möglichkeiten.
Herstellung und Verkauf endlich an einem Standort
Bisher lagen Gießerei und Manufaktur rund 70 Kilometer auseinander.
Künftig finden Entwicklung, Herstellung, Verzierung, Ausstellung und Verkauf am selben Standort in Lüdinghausen statt.
Das verkürzt Wege und erleichtert den Austausch zwischen den einzelnen Arbeitsschritten erheblich.
Kerzengießen für Besucher erlebbar machen
Ein weiterer wichtiger Punkt sind unsere geplanten Workshops.
Kerzen sind für viele Menschen ein fertiges Produkt. Wie viel Arbeit, Materialkenntnis und Erfahrung bereits vor dem fertigen Ergebnis steckt, sieht man ihnen nicht unbedingt an.
In der neuen Gießerei möchten wir künftig auch zeigen, wie Kerzen entstehen.
Bei Gieß- und Ziehworkshops können Teilnehmer das Material selbst erleben und eigene Kerzen herstellen.
Was bedeutet die eigene Gießerei für Wiederverkäufer?
Auch für einen weiteren Bereich schafft die neue Gießerei eine wichtige Grundlage.
Wir möchten künftig stärker mit ausgewählten Wiederverkäufern zusammenarbeiten.
Für Händler ist dabei nicht nur interessant, ob eine Kerze schön aussieht. Entscheidend sind auch Fragen wie:
Wer stellt die Kerzen her?
Kann eine Serie nachproduziert werden?
Ist das Produkt etwas Besonderes oder steht es in jedem beliebigen Sortiment?
Mit der eigenen Gießerei können wir eigene Kerzenserien entwickeln und in kleinen bis mittleren Stückzahlen nachproduzieren.
Gerade unsere Mosaikkerzen eignen sich dafür, weil sie sich sichtbar von industrieller Standardware unterscheiden.
Die Gießerei macht aus der LH-Kerzenmanufaktur deshalb zunehmend nicht nur einen Einzelhändler und Veredler, sondern auch einen kleinen Hersteller.
Für uns ist das ein wichtiger Entwicklungsschritt.
Was ist für uns eigentlich eine Manufaktur?
Der Begriff Manufaktur wird heute häufig verwendet.
Für uns bedeutet er nicht, dass jeder einzelne Arbeitsschritt ausschließlich von Hand erfolgen muss.
Es bedeutet vielmehr:
Wir entwickeln Produkte selbst. Wir arbeiten in kleinen Serien. Wir können auf Besonderheiten reagieren. Menschen treffen Entscheidungen, statt dass ein vollautomatisierter Prozess jeden Artikel identisch auswirft.
Unsere handverzierten Kerzen gehören ebenso dazu wie die neuen selbst gegossenen Serien.
Die Gießerei erweitert diese Möglichkeiten.
Ein gemeinsames Projekt aus Lüdinghausen
Auch deshalb gefällt uns an der neuen Gießerei, dass sie gemeinsam mit einem anderen lokalen Handwerksbetrieb entstanden ist.
Die LH-Kerzenmanufaktur brachte das Wissen über Wachse, Formen und Arbeitsabläufe ein.
Jödicke Design brachte das Wissen über Möbelbau, Materialien und individuelle Raumnutzung ein.
Zusammen entstand daraus eine Lösung, die keiner von uns allein genau so geplant hätte.
Ingo Gehlhaar:
„Für uns war das kein Auftrag nach dem Motto: Hier sind die Maße, bauen Sie uns Schränke. Wir haben unsere Arbeitsweise erklärt, Karsten hat sie aus Sicht des Tischlers betrachtet und daraus haben wir gemeinsam die Einrichtung entwickelt.“
Solche Zusammenarbeit passt gut zu unserem Verständnis von Manufaktur: unterschiedliche Menschen bringen ihre Erfahrung ein und am Ende entsteht etwas, das genau für diese eine Aufgabe entwickelt wurde.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Gießerei arbeitet.
Aber fertig entwickelt ist sie noch lange nicht.
In den kommenden Monaten werden wir weitere Abläufe optimieren, das Lager besser organisieren und wahrscheinlich noch feststellen, welche kleine Verbesserung wir heute noch gar nicht auf dem Schirm haben.
Gleichzeitig beginnt jetzt der spannendere Teil.
Wir können neue Kerzen ausprobieren.
Wir können unsere Mosaikkerzen weiterentwickeln.
Wir können eigene kleine Serien fertigen.
Wir können Workshops vorbereiten.
Und wir können künftig auch darüber nachdenken, welche unserer Produkte für Wiederverkäufer interessant sein könnten.
Die ehemalige Hexenküche der Apotheke bekommt damit eine neue Aufgabe, die erstaunlich gut zu ihrer Vergangenheit passt:
Wo früher gemischt, geprüft und experimentiert wurde, werden heute Wachse geschmolzen, Farben kombiniert und Kerzen gegossen.
Die Einrichtung ist noch nicht in jedem Detail perfekt.
Aber die ersten Kerzen stehen bereits auf der Arbeitsplatte.
Und damit ist für uns das Wichtigste erreicht:
Aus der Hexenküche ist eine echte Kerzengießerei geworden.
Weiterführende Links
- LH-Kerzenmanufaktur – Informationen über unsere Manufaktur, unsere Kerzen und aktuelle Angebote: https://lh-kerzenmanufaktur.de/
- Jödicke Design – Tischlerei, Möbel nach Maß, individuelle Küchen und Objekteinrichtungen in Lüdinghausen: https://www.joedicke-design.de/
- Jödicke Design auf Instagram – aktuelle Einblicke in Projekte, Möbel, Werkstatt und laufende Arbeiten: https://www.instagram.com/tischlerei_joedickedesign/
Häufige Fragen zur Kerzengießerei der LH-Kerzenmanufaktur
Wo befindet sich die Kerzengießerei der LH-Kerzenmanufaktur?
Die neue Kerzengießerei befindet sich direkt in der LH-Kerzenmanufaktur in der Blaufärbergasse 4 in Lüdinghausen. Sie wurde im ehemaligen Labor der früheren Apotheke eingerichtet.
Warum heißt der Raum Hexenküche?
Der Raum war früher das Labor einer Apotheke und wurde deshalb von uns schon früh als „Hexenküche“ bezeichnet. Für eine Kerzengießerei passt der Name heute besonders gut, denn hier werden Wachse geschmolzen, gemischt, gefärbt und zu neuen Kerzen verarbeitet.
Gießt die LH-Kerzenmanufaktur ihre Kerzen selbst?
Einen Teil unseres Sortiments gießen wir selbst. Dazu gehören insbesondere eigene Kerzenserien wie unsere Mosaikkerzen. Andere Kerzenkörper beziehen wir weiterhin von spezialisierten Herstellern und verzieren sie in unserer Manufaktur von Hand.
Welche Wachse werden in der Gießerei verarbeitet?
Je nach Produkt arbeiten wir unter anderem mit Paraffin und Stearin sowie unterschiedlichen Wachsmischungen. Welche Mischung verwendet wird, hängt von der jeweiligen Kerze, der Form und den gewünschten Eigenschaften ab.
Was sind Mosaikkerzen?
Unsere Mosaikkerzen entstehen aus farbigen Wachselementen, den sogenannten Crackern, die in neue Kerzenkörper eingegossen werden. Dadurch entstehen individuelle Farb- und Musterwirkungen.
Was sind Wachscracker?
Cracker sind kleinere farbige Wachsstücke, die als Gestaltungselement beim Gießen unserer Mosaikkerzen eingesetzt werden. Farben, Größe, Mischung und Anordnung beeinflussen das spätere Erscheinungsbild der Kerze.
Warum wurde die Gießerei nach Lüdinghausen verlegt?
Die erste kleine Gießerei befand sich in Wuppertal. Dort hatte Ingo Gehlhaar vor einigen Jahren mit dem Kerzengießen begonnen. In den früheren Räumen der Manufaktur in der Kirchstraße fehlte der notwendige Platz. Mit dem Umzug in die Blaufärbergasse konnte erstmals ein eigener Raum für die Gießerei eingeplant werden.
Warum wurde die Gießerei individuell eingerichtet?
Der Raum ist klein, eine Wand verläuft schräg und vorhandene Technik musste integriert werden. Gleichzeitig werden robuste Arbeitsflächen, belastbarer Stauraum und eine flexibel nutzbare Raummitte benötigt. Eine individuell geplante Einrichtung nutzt den vorhandenen Platz deshalb besser als eine reine Standardlösung.
Wer hat die neue Gießerei gebaut?
Die Möbeleinrichtung wurde gemeinsam mit Jödicke Design aus Lüdinghausen entwickelt und umgesetzt. Die LH-Kerzenmanufaktur brachte die Anforderungen aus dem Kerzengießen ein, Jödicke Design das Fachwissen aus Möbelbau und Innenausbau.
Ist die Gießerei schon vollständig fertig?
Die Gießerei ist funktionsfähig und wird bereits genutzt. Einige organisatorische und gestalterische Details werden jedoch noch weiterentwickelt. Eine Werkstatt verändert sich mit den praktischen Erfahrungen aus dem täglichen Betrieb.
Finden in der Gießerei Workshops statt?
Geplant sind Workshops zum Kerzengießen und zum traditionellen Kerzenziehen. Dafür wurde die Mitte des Raumes bewusst flexibel gehalten, damit je nach Veranstaltung ein Arbeitstisch oder die benötigte Ausstattung zum Kerzenziehen Platz findet.
Kann man bei der LH-Kerzenmanufaktur Kerzengießen lernen?
Mit den geplanten Gießworkshops möchten wir Interessierten ermöglichen, das Material Wachs selbst kennenzulernen und eigene Kerzen herzustellen. Die jeweiligen Termine und Inhalte werden über unsere Website bekanntgegeben.
Können Wiederverkäufer Kerzen der LH-Kerzenmanufaktur beziehen?
Wir möchten den Bereich Wiederverkauf künftig weiter ausbauen. Besonders eigene Kerzenserien aus unserer Gießerei können dafür interessant sein. Händler können sich direkt mit uns in Verbindung setzen, wenn sie besondere handgefertigte Kerzen für ihr Sortiment suchen.
Welche Vorteile hat die eigene Gießerei für Kunden?
Durch die eigene Gießerei können wir neue Produkte entwickeln, kleine Serien herstellen, Farben und Formen testen und bestimmte Kerzen bei Bedarf nachproduzieren. Gleichzeitig erhalten unsere Kunden einen direkteren Einblick in die Herstellung.
Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz in der LH-Kerzenmanufaktur?
Künstliche Intelligenz nutzen wir als Werkzeug in vielen Bereichen. Sie unterstützt uns unter anderem bei Recherche, Texten, Bildideen, Marketingmaterial, Videos, Social Media, der Entwicklung eigener Software und bei der Optimierung interner Abläufe. Die handwerkliche Herstellung der Kerzen bleibt dabei selbstverständlich reale Arbeit in unserer Manufaktur.